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Reiseführer von Andalusien
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Über Andalusien. STIERKäMPFE
Die Fiesta des Stierkampfs ist ein Ritual, das mit einer sehr speziellen Kleidung beginnt: der sogenannte “Traje de Luces” (Tracht des Stierkämpfers, „Lichteranzug“) Dieser Name beruht auf den glänzenden Verzierungen, die an der Tracht aufgenäht werden und das Licht widerspiegeln. In früheren Zeiten waren die Trachten aus Wildleder, aber mit der Fortentwicklung des Stierkampfs werden sie, mit den erwähnten Verzierungen aus Gold und Silber, aus Seide gefertigt. Die Tracht setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:
- Camisa: Normalerweise weisses Hemd mit Verzierungen auf der Vorderseite
- Capote: Stierkämpferumhang und Stoff, mit dem der Torero den Stier reizt
- Capote de paseo: Stierkämpferumhang beim Eintreten, etwas kleiner als der, der beim Kampf benutzt wird und ziemlich luxuriös. Die Stierkämpfer schmücken ihn üblicherweise, je nach ihrer Verehrung, mit religiösen Bildern.
- Chaquetilla: Jäckchen, an den Achseln geöffnet, um, aufgrund seiner Starre, die Beweglichkeit des Stierkämpfers nicht einzuschränken.
- Coleta: Pferdeschwanz, früher eine Modeerscheinung, heute dient er dazu, die „Montera“ (Kopfbedeckung) festzuhalten. Er ist nicht echt.
- Corbatin: Ein üblicherweise schwarzes Halsband, welches die Krawatte ersetzt.
- Estoque: Es ist der Stossdegen, mit dem die Stiere getötet werden und um dies zu erleichtern, hat er eine krumme Spitze.
- Machos: Quasten, mit denen die Hose des Stierkämpfers an den Körper angepasst wird
- Medias: normalerweise rosafarbene Strümpfe.
- Montera: es ist die Kopfbedeckung der Stierkämpfer, die sich vom Hut mit drei Ecken zu dem, was wir heute kennen, weiterentwickelt hat.
- Muleta: rotes Tuch, kleiner als das „Capote“ und wird im letzten Abschnitt des Stierkampfs verwendet.
- Taleguilla: die Hose der Tracht, die mit Hosenträgern festgehalten wird und bis zu den Knien reicht.
- Zapatillas: schwarze Schuhe, mit einer speziellen Sohle, um nicht auszurutschen.
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TEILE EINES STIERKAMPFS
El Paseillo (Das Eintreten)
Es handelt sich hier um das Eintreten der Stierkämpfer in die Arena, um sich dem Präsidenten vorzustellen. Die Reihenfolge der Teilnehmer ist folgende:
- In der ersten Reihe die drei Matadoren. Links der Älteste, rechts der Zweitälteste und in der Mitte der Jüngste. Seitlich werden sie von Vorreitern zu Pferde begleitet
- In der zweiten Reihe, die Untergebenen des ältesten Stierkämpfers.
- In der dritten Reihe, die Untergebenene des zweitältesten Stierkämpfers.
- In der vierten Reihe, die Untergebenen des Jüngsten.
- In den drei folgenden Reihen, findet man die Pikadore der Matadoren in der gleichen Reihenfolge.
- Den Schluss bilden die Stierkampfgehilfen und das Personal der Arena.
Der Stierkampf mit dem „Capote“ (Tuch)
Das Tuch ist zum Empfang des Stieres. Es ist sehr schwer und wird normalerweise mit zwei Händen geführt. Der Torero benutzt es in den Dritteln der Stosslanze und der Banderillas, seine Mannschaft während des gesamten Stierkampfs. Es ist sehr auffällig und wir beschreiben nachfolgend einige der Hauptbewegungen:
 Verónica
- Veronica: Die am meist verwendetste Bewegung. Der Torero hält das Tuch mit zwei Händen fest und reizt den Stier. Dabei führt er das Tuch nach vorne und geht mit dem Bein der anderen Seite einen Schritt zurück. Zum Schluss macht er wieder einen Schritt nach vorne und ist so für die nächste Veronica vorbereitet.
- Halbe Veronica: wie die Veronica, aber wenn der Stier am Torero vorbeigeht, zieht er das Tuch zurück und zwingt so den Stier, sich um sich selbst zu drehen.
- Largas: der Torero hält das Tuch nur mit einer Hand; dabei gibt es viele Möglichkeiten
- Gaonera: das Tuch wird hinter dem Rücken gehalten. der Arm, der den Stier führt, ist ausgestreckt, der andere stützt sich auf die Hüfte
- Chicuelina: vom Meister Chicuelo erfunden. Der Stier wird wie bei der Veronica gereizt, aber wenn er mit seinem Kopf heruntergeht, dreht sich der Torero im gegengesetzten Sinn
- Porta Gayola: hier wird der Stier beim Eintreten in die Arena auf Knien empfangen. Dies ist sehr gefährlich und spektakulär
- Faroles: das Tuch wird über dem Kopf geschwungen; dabei wird der Körper gedreht und dem Stier gegenüber in Stellung gebracht
Erstes Drittel: Suerte de Varas:
Es wird zu Pferde ausgeführt und dient dazu, den Mut des Tieres zu messen. Der Pikador benutzt eine Lanze, um den Stier bluten zu lassen und um zu sehen, wie er auf diese Verletzung reagiert.
Es ist in drei Abschnitte aufgeteilt:
- Cita: die Aufmerksamkeit des Stiers wird gereizt, damit er das Pferd angreift
- Encuentro: das Pferd muss dreimal angegriffen werden, um den Stier mit der Spitze der Lanze bluten zu lassen
- Salida: wenn der Stier von der Spitze getroffen wird, muss er wieder losgelassen werden
Zweites Drittel: Banderillas
In diesem Drittel wird versucht, den Stier zu animieren, sicherlich einer der spektakulärsten Momente des Stierkampfes. Normalerweise sind es die Gehilfen, die die Arbeit der Banderilleros übernehmen, aber es hat sich immer mehr eingebürgert, dass die Matadores selbst die Banderillas in den Stier einstechen. Es gibt verschieden formen, wie die Banderillas eingestochen werden:
 Banderillas
- Al cuarteo: Torero und Stier stehen sich gegenüber und wenn der Stier losrennt, muss der Torero sich im Halbkreis zu ihm drehen, um die Banderillas einzustechen.
- Al quiebro: der Stierkämpfer wartet mit geschlossenen Beinen auf den Stier. Wenn dieser sich nähert, macht er eine ausweichende Bewegung und wenn der Stier etwas heruntergeht, nimmt der Torero seine ursprüngliche Position wieder ein und sticht die Bandilleras ein.
- De frente: eine Art des Cuarteo
- Al sesgo: noch eine Art des Cuarteo
- De dentro a fuera: sehr riskant, der Torero läuft zwischen dem Stier und der Holzverkleidung
Drittes Drittel: Der grösste Moment
Zu diesem Zeitpunkt des Stierkampfs kann der Torero den Stier jemandem seiner Wahl widmen. Dazu richtet er sich mit dem Tuch und dem Degen an die Person seiner Wahl und nimmt mit ausgestrecktem Arm die Kopfbedeckung ab. Dann widmet er den Stier und wirft die Kopfbedeckung über die seine Schulter. Laut der Tradition heisst es, dass es ein gutes Omen ist, wenn die Kopfbedeckung nach oben liegenbleibt und wenn nicht, dann dreht der Torero normalerweise ein Runde.
Zu diesem Zeitpunkt stellt der Stierkämpfer seine Fähigkeiten und Kunst unter Beweis. Die Hauptbewegungen mit dem Kampftuch sind:
- Natural: das Tuch mit links geführt und ohne Degen. Das Bein wird vorgesetzt und man lässt den Arm vorbeiziehen, um den Angriff weit weg zu halten und so tief wie möglich
- Derechazo: so wie beim Natural, aber mit rechts und mit dem Degen im Tuch
- Pase de pecho: wenn der Angriff mit den vorigen bewegungen zu kurz ist, wird er weiter oben und in der anderen Richtung durchgeführt.
- Trinchera: von rechts nach links, wobei der Angriff des Stiers mit einer tiefen Bewegung des Kampftuchs verkürzt wird, um ihn zu unterwerfen und zu fixieren
Danach wird der Stier zum Abschluss de Kampfes getötet
Je nach Qualität des Kampfes, verleiht der Präsident der Stierkampfarena dem Matador verschiedene Auszeichnungen: ein oder zwei Ohren, oder beide Ohren und den Schwanz des Stiers. Dabei sollte man wissen, dass das erste Ohr normalerweise das Publikum mit seinem Applaus und dem Winken weisser Tücher verleiht und das zweite Ohr eine exklusive Entscheidung des Präsidenten ist.

Estocada
Zusätzlich besteht bei den Stierkämpfen die Möglichkeit, den Stier zu begnadigen und ihn als Zuchtstier einzusetzen. Dies passiert, wenn er beim Kampf eine aussergewöhnliche Bravour aufweist.
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